Testament - der letzte Wille

Die Verfügung von Todes wegen

Der Oberbegriff zu Testament und Erbvertrag ist „Verfügung von Todes wegen“. Es handelt sich hierbei um eine rechtsgeschäftliche Anordnung, die erst beim Tod wirksam wird und in einer bestimmten, erbrechtlichen Form erfolgt. Das Testament ist eine einseitige Verfügung von Todes wegen, wobei es sich um eine nicht empfangsbedürftige Willenserklärung des Erblassers handelt.

Im Testament kann der Erblasser den Erben bestimmten, Vermächtnisse und Auflagen verfügen, Teilungsanordnungen, Auseinandersetzungsverbote und Testamentsvollstreckung anordnen oder den Pflichtteil entziehen. Auch der Widerruf einer letztwilligen Verfügung erfolgt durch Testament.


Form und Aufbewahrung

Das BGB kennt zwei Formen sogenannter ordentlicher Testamente. Danach kann ein Testament in ordentlicher Form zur Niederschrift durch einen Notar oder durch eine vom Erblasser eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichtet werden.

In der eigenhändig geschriebenen Erklärung soll der Erblasser angeben zu welcher Zeit, also Datum, und an welchem Ort er das Testament niedergeschrieben hat. Die eigenhändige Unterschrift ist genauso wie die vollständige, eigenhändige Niederschrift Wirksamkeitsvoraussetzung für das Testament. Ein nicht selbst niedergeschriebenes oder nicht unterschriebenes Testament ist nichtig ! Das heißt, es erzeugt keinerlei Rechtswirkungen.

Für die Aufbewahrung empfiehlt es sich, dass Testament in die amtliche Verwahrung des Amtsgerichts – Nachlassgerichts- zu geben. Für die Entgegennahme zur Verwahrung des Testamentes ist jedes Amtsgericht in Deutschland zuständig. Seit August 2013 kostet die Testamentshinterlegung unabhängig von der Höhe des Vermögens des Testierenden einheitlich 75,00 Euro. Hinzu kommen 18,00 Euro für die Registrierung des Testamentes im zentralen Testamentsregister, dass bei der Bundesnotarkammer geführt wird.


Berliner Testament

Mit Berliner Testament wird eine besondere Gestaltung eines gemeinschaftlichen Testamentes von Ehegatten bezeichnet. Die Ehegatten setzen sich auf den Tod des Erstversterbenden wechselseitig zu Alleinerben ein und bestimmen zugleich bestimmte Dritte – zumeist die Kinder – zu Schlusserben auf den Tod des überlebenden Ehegatten.

Ob ein Berliner Testament tatsächlich der Weisheit letzter Schluss ist, bedarf in jedem Einzelfall einer genauen Überprüfung. Da die Kinder des erstversterbenden Ehegatten enterbt sind, entstehen Pflichtteilsansprüche. Nach dem Tode des erstversterbenden Ehegatte Ehegatten kann der überlebende Ehegatte unter Umständen das gemeinschaftliche Testament nicht mehr abändern.

Bei hohen Nachlasswerten ist das Berliner Testament erbschaftsteuerlich häufig ungünstig. Zum einen werden durch die Enterbung der Kinder im ersten Erbfall deren Freibeträge nach dem erstversterbenden Elternteil nicht genutzt. Zum anderen wird der Nachlass in voller Höhe zweimal mit Erbschaftssteuer belastet !


Ehegattentestament

Eine rechtliche Besonderheit ist das gemeinschaftliche Testament von Ehegatten. Für die Errichtung eins derartigen Testamentes reicht es aus, wenn einer der Ehegatten die letztwilligen Verfügungen eigenhändig niederschreibt und sodann beide Ehegatten die Gültigkeit mit ihrer Unterschrift bestätigen.

Diese Testamentsform steht außer für Ehegatten nur noch gleichgeschlechtlichen Lebenspartner im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes zur Verfügung.


"Wer in einem Testament nicht bedacht worden ist findet Trost in dem Gedanken, dass der Verstorbene ihm vermutlich die Erbschaftssteuer ersparen wollte ..."

Sir Peter Ustinov
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